Mit Linksreformismus aus der Krise?
Die Zeitschrift Berliner Debatte Initial lädt mit einem Call for Paper unter dem Titel “Mit Linksreformismus aus der Krise?” zu einer Diskussion über eine neue linke Reformpolitik ein. Im Herbst 2010 Februar 2011 ist eine Tagung mit den Autorinnen und Autoren geplant, die ein Papier eingereicht haben.
Die Seite www.linksreformismus.de dient einerseits dazu, dieses Diskursprojekt zu begleiten und versteht sich andererseits als Einstieg in theoretische und empirische Arbeiten zum Thema Linksreformismus. Derzeit ist die Seite noch im Aufbau begriffen, also quasi eine öffentliche Beta-Version.







8. September 2010 um 13:41
Wenn der Linksreformismus in der Tradition von Eduard Bernstein steht, dann ist daran zu zweifeln, ob er die richtige Antwort auf die gesellschaftlichen Fragen unserer Zeit geben kann. Die These Bernsteins, daß man durch Reformen den Kapitalismus verbessern und sogar den Sozialismus herbeiführen könne, hat in der deutschen Arbeiterbewqegung, speziell der sozialdemokratisch geprägten, viel Schaden angerichtet. Man sollte sich von ihr distanzieren, anstatt sie wiederzubeleben.
In der gegenwärtigen dritten Etappe der allgemeinen Krise des Kapitalismus kommt es darauf an, die Einheit aller jenen Kräfte der Gesellschaft zu organisieren, die bereit sind, an der Überwindung des Kapitalismus zu arbeiten, anstatt ihre Kräfte an dem vergeblichen Versuch seiner „Verbesserung“ und „Demokratisierung“ zu verschwenden. Der Wolf muß ein Raubtier bleiben, man kann ihn nicht zum Pflanzenfresser „reformieren“. Revisionistisch-reformistische Ideen werden gewiß nicht aus der Krise führen; die Krise aber wird, den Gesetzen der Geschichte folgend, in das Ende des Kapitalismus münden.